Normalerweise verdienen Obst- und Gemüseerzeuger in Afghanistan mit dem Verkauf ihrer Ware nur wenig Geld. Zur Erntezeit sind die Märkte mit bestimmten Früchten überschwemmt, die Preise niedrig. Die Frauen der Bauern, die in unserer Kooperative in Herat zusammengeschlossen sind, lassen sich immer etwas Neues einfallen: Mit viel Kreativität und auf gesunde Weise konservieren sie Obst und Gemüse zu Marmeladen, Pickles und Kompotten.

Unser Projekt „Frauengarten“ erlebt derzeit eine ermutigende Phase.

Obst, Kräuter und Gemüse werden getrocknet vermarktet – und zwar das ganze Jahr über.

In „Saodat“ (dt. „Glückstadt“), der Siedlung nahe ihrer Felder, werden die Erzeugnisse aus dem Frauengarten in einem Laden verkauft. Inzwischen interessieren sich auch Händler aus Herat an einem Vertrieb dieser Produkte in der Stadt.

Zum Ende Oktober konnten die Frauen mit ihren Produkten auf einer Landwirtschaftsausstellung glänzen: Ihr selbst Erzeugtes fand reißenden Absatz. In drei Tagen konnten sie 18.000 Afghanis (ca. 360 Euro) einnehmen. Das ist für Afghanistan ein richtig gutes Ergebnis. Für die Frauen der Kooperative war es zudem der erste Auftritt in der Öffentlichkeit. Sie haben ihn mit Bravur gemeistert und dadurch viel an Selbstvertrauen gewonnen.

Derzeit geht gerade die Safranernte zuende. Die Frauen helfen ihren Männern beim Pflücken der Blüten und besonders beim Zupfen der feinen Safranfäden. Darüber hinaus ernten sie auch im Lohn für andere Safranerzeuger und verdienen sich so ein Zubrot.

Inzwischen ist es recht kalt geworden. Doch die Arbeit im Frauengarten geht weiter – in zwei Gewächshäusern. So können die Frauen noch bis in den Winter hinein Grünes erzeugen. All dies sind ermutigende Erfahrungen. Diese sind aber auch dringend nötig gewesen nach den beiden verheerenden Heuschreckenattacken im vergangenen Frühjahr.

 

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