Landwirtschaft

Landwirtschaft

„Die Taliban haben alle Obstbäume vernichtet, um unsere Lebensgrundlage auf Dauer zu zerstören.“ berichten die Bewohner der einst fruchtbaren Shamalie-Ebene nördlich von Kabul. Shelter Now beschafft die Mittel für neue Obstgärten.

In der fruchtbaren Shamalie-Ebene, die einst für den Obstbau bekannt war, wurden die meisten Obstpflanzungen im Bürgerkrieg zerstört. Zur Wiederaufforstung verteilt Shelter Now junge Obstbäume an dort lebende Familien. Sie leisten dafür einen eigenen geringen finanziellen Beitrag. Die Pflanzungen erfüllen viele Zwecke: sie sind Bestandteil des „Grundwasser-Management-Programms“ in dieser Region, sie versorgen die Familien mit gesundem Obst, Überschüsse können vermarktet werden und bessern somit das Familieneinkommen auf.

Für 20 Euro kann Shelter Now an eine Familie 10 Obstbaum-Setzlinge abgeben.

Obstbäume-Bienen-Menschen:
Diese Partnerschaft hilft allen

Entwaldung ist ein riesiges Problem in Afghanistan. Sie ist mitverantwortlich für die große Dürre im Land in den vergangenen Jahren. Denn Wälder wirken sich positiv auf den Grundwasserspiegel aus. Unzählige Bäume wurden in den 25 Jahren des Bürgerkrieges vernichtet, Wälder gerodet. Sie fielen der „Politik der verbrannten Erde“ der gegnerischen Kriegsparteien zum Opfer.

Unsere landwirtschaftlichen Projekte gestalten sich zum großen Teil auf Basis von Mikrokrediten

In verschiedenen Teilen Afghanistans verteilen wir Obstbaum- und Beerenobst-Setzlinge und geben den Landwirten und Familien Training zum Beschneiden und zur Vermehrung.

Obstbäume in Afghanistan pflanzen

Ein Obstbaum kostet je nach Sorte zwischen € 3,50 und € 4,50, ein Beerenobst-Strauch ca. € 0,70

Ein Steckling kostet nur 50 Cent. Dabei lernen die Obstbauern gleich etwas über die Obstbaum-Vermehrung.

Bienen und Honig

Zu Obstbäumen gehören naturgemäß Bienen. Sie sammeln nicht nur den Nektar der Blüten, sondern tragen mit ihrem sprichwörtlichen Fleiß zu Befruchtung und reicher Ernte bei.

In Afghanistan wird Honig wegen seines Beitrags zur gesunden Ernährung besonders geschätzt und ist daher ausgesprochen teuer. Honig wird zum großen Teil importiert, für die heimische Produktion ist also ein Markt vorhanden, ebenso für den Export.

Shelter Now unterrichtet Familien in der Bienenhaltung und Honigproduktion. Sowohl in den vorhandenen wie auch in den neuen Obstpflanzungen finden die Bienen genug Weide, zumal in dieser Gegend im Frühjahr und Sommer viele Wildblumen blühen.

Arme Familien bekommen je 5 Bienenvölker, mehrere Familien teilen sich einen Extraktor, mit dem sie den Honig aus den Waben gewinnen können. Dazu erhalten sie das entsprechende Fachtraining. Nach spätestens 2 Jahren, wenn die Bienen sich vermehrt haben, geben die Familien von den neuen Bienenvölkern fünf in das Projekt zurück, damit weitere Familien mit einer Start-Ausstattung versorgt werden können. Die Bienenvölker werden sozusagen als „Mikrokredit“ behandelt.

Ein Bienenvolk mit Box kostet 120 Euro.

Dazu kommen die Kosten für die Ausbildung, Medikamente und den Transport der Bienen in das Wintercamp.

Bitte helfen Sie uns zu handeln!

Unsere Hilfe ist nur Dank Ihrer Unterstützung möglich!

Schafe und Kühe als Mikrokredit

Kühe bilden die Existenzgrundlage vieler Dorffamilien. Während der Kriegsereignisse kamen die meisten Rinder um.

Wir haben ein System erarbeitet, nach dem Familien sich wieder Kühe beschaffen können: Familien bekommen einen Kredit zum Kauf einer tragenden Kuh bzw. einer Kuh mit einem Kalb. Damit können sie wirtschaften und zahlen den Kredit nach einem bis zwei Jahren zurück. Das Geld steht dann einer weiteren Familie zur Verfügung. Für die Rückzahlung und Neuvergabe der Darlehen sorgt ein gewähltes „Kuh-Komittee“.

Auf diese Weise haben bis zum Jahr 2017 ca. 300 Familien Kühe erhalten, und die haben natürlich Nachwuchs bekommen…

Seitdem können wir das Projekt nicht mehr beobachten, da die Geldmittel bzw. der Kuh-Nachwuchs bereits in andere Dörfer weitergegeben wird. Pima! Sie brauchen uns nicht mehr!

Eine Langzeitbeobachtung zum Kuhprojekt finden Sie hier.

 

Das Volk der Kuchi…

…lebt halbnomadisch. Sie haben keine Kühe, sondern Kamele, Schafe und Ziegen. Während der fünfjährigen extremen Dürre zurzeit des Talibanregimes verloren sie 75% ihrer Tiere. Viele Klans sind dadurch völlig verarmt.

Nach dem Prinzip des Kuhprojektes bekommen sie pro Famile ein Darlehn für fünf Mutterschafe. Je drei Familien erhalten einen Zuchtbock. Hier sorgt ein „Schaf-Komitee“ für die pünktliche Rückzahlung und Weitervergabe der Kredite. Es funktioniert! Bis jetzt haben etwa 1.000 Familien Schafe bekommen. Diejenigen, die die ersten Kredite erhalten haben, können inzwischen von ihrer Schafherde leben.

Langzeitbericht zum Kuchi-Projekt hier zum Download:
Zwischenbericht Kuchi-Schafprojekt.pdf (650 KB)