Bildung und Ausbildung in Afghanistan

Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. (Benjamin Franklin)

Der Wissensdurst der Kinder in Afghanistan ist ungestillt. Noch kann die große Mehrheit der Afghanen nicht lesen und schreiben, vor allem Frauen und Mädchen. Shelter Now baut Schulen für Mädchen und Jungen.

„Baut uns eine Schule – wir wollen endlich lernen!“

Diese drängende Bitte bekam unser Mitarbeiter zum Abschied von den Kindern häufig zu hören – wie auch von dem Mädchen auf diesem Foto. In einem Dorf nördlich von Kabul hatte er über den Plan gesprochen, eine Mädchenschule zu errichten.

Shelter Now baute bereits in den Flüchtlingslagern in Pakistan mehrere Schulen. Bildung ist ein Grundrecht aller Menschen, überall auf der Welt. In Afghanistan ist sie zudem eine Grundvoraussetzung, damit sich die Demokratisierung des Landes dauerhaft stabilisiert. Die Mädchen und Jungen sind hoch motiviert. Sie wissen: Man kann nur etwas verdienen, wenn man etwas gelernt hat. Gefragt nach ihren Berufswünschen, antworten sie: „Pilot, Ingenieur, Arzt, Anwalt, Hochschullehrer oder auch Präsident“

Besonders wichtig: Schulen für Mädchen

Die Kinder und Jugendlichen lernen Rechnen, Schreiben und Lesen mit Feuereifer. Manche treffen sich zusätzlich nachmittags zu freiwilligen Lerngruppen. Die erste Schule, die Shelter Now gebaut hat, ist mit 1.000 Schülern zu klein geworden. Zudem gehen doppelt so viele Jungen wie Mädchen dorthin.

Der Grund für dieses Ungleichgewicht: Häufig müssten die Mädchen auf ihrem Schulweg an einem Nachbardorf vorbeigehen, das verbieten viele Eltern. Deshalb haben wir eine weitere Schule nur für Mädchen gebaut, direkt in ihrem Heimatdorf.

Ein Schulplatz kostet etwa 150 Euro. Hinzu kommen die Lehr- und Lernmittel und das Personal. Unterrichtet wird zumeist in zwei oder sogar drei Schichten, bis genügend Räume gebaut sind. Afghanistan braucht noch viele Schulen.

Shelter Now versucht außerdem, bei der Einrichtung der Schule zu helfen und trägt mitunter die Personalkosten einer zweiten Unterrichtsschicht.

Helping Hands School
„Unsere“ Grundschule in Kabul

Seit einigen Jahren sind wir auch Schulträger.

In einem ziemlich armen Viertel Kabuls unterhalten wir eine Grundschule für etwa 120 Mädchen und Jungen, deren Eltern sich sonst keine Privatschule leisten könnten. Die Lehrerinnen und der Lehrer sind sehr engagiert und gestalten ihren Unterricht einfallsreicher als es in Afghanistan sonst üblich ist. In den meisten Schulen wird nämlich nur gelernt, indem einer etwas vorsagt und die Klasse wiederholt im Chor…

Die Kinder der Helping Hands School kommen aus verschiedenen ethnischen Hintergründen. Es ist eine Freude, wenn man ihnen beim eifrigen Lernen oder beim fröhlichen Spielen im Pausenhof zusieht.

Auch beim Rutschen zeigen unsere Schüler Kreativität.

Englischuntrricht mit lateinischen Buchstaben

Auch die Mädchen können endlich Lesen und Schreiben lernen.

Schule macht Spaß!

Natürlicher Umgang mit Behinderungen

Pateneltern gesucht…

Bitte helfen Sie uns zu handeln!

Unsere Hilfe ist nur Dank Ihrer Unterstützung möglich!

Die neue Zahnklinik in Herat

Im Januar 2016 konnten wir nach langer Vorbereitungszeit die neue Zahnklinik eröffnen. Eigentlich müsste sie „Ausbildungszentrum für Zahngesundheit“ genannt werden. Denn wir haben unser Konzept völlig überarbeitet. In Zusammenarbeit mit der Universität werden die Dentalstudenten hier ihr Praxis-Training erhalten. Diese Möglichkeit hatten sie zuvor nicht.

1 Zahnarzt in Deutschland kommt auf 1.200 Einwohner, 1 Zahnarzt in Afghanistan auf 20.000!

Aus diesem Grund hat auch die afghanische Regierung in Herat und vor wenigen Jahren eine neue zahnmedizinische Fakultät in Herat eingerichtet, die jeweils 120 Erstsemester pro Jahr aufnimmt. Das Ziel der Regierung, innerhalb von 5 Jahren die Anzahl der medizinischen Fachkräfte zu verdoppeln wird sich also durch die Neugründungen von 2 Dental-Fakultäten in Kunduz und jetzt in Herat erreichen lassen. Shelter Now ist durch die Eröffnung dieser Lehrklinik der erste Schritt gelungen den Studenten praktische Ausbildungsmöglichkeiten anzubieten.

Ein weiteres Ziel dieses Projektes ist, ein Prophylaxe-Programm für die Schulkinder an staatlichen und privaten Schulen anzubieten und danach (wo nötig) deren Behandlung in der Klinik zu ermöglichen.

Wir fangen gerade an und sind gespannt, wie es wird. Natürlich kostet dieses Projekt einiges. Wenn Sie uns dabei unterstützen wollen, spenden Sie mit dem Verwendungszweck: „Zahnklinik“ oder „Projekt-Nr. 6510“.

Update 2018: Die Klinik ist zu einem Vorzeige-Projekt geworden. Inzwischen sind auch drei Minister der Regierung aus Kabul hier gewesen und waren tief beeindruckt. Sie halten sie für die beste Ausbildungs-Zahnklinik des Landes.

Waisenhaus in Nordafghanistan

Mehr als 20 Jahre Krieg hat viele Kinder in Afghanistan zu Waisen gemacht. Oft werden sie, der afghanischen Familienkultur entsprechend, von nahen Verwandten aufgenommen. Aber viel zu häufig ist dies nicht möglich. In Faizabad unterstützt Shelter Now ein staatliches Waisenhaus. Die meisten der 60 Jungen und Mädchen, die vor Jahren hier ein Zuhause fanden, sind inzwischen erwachsen.

Dafür wurden viele neue Waisen aufgenommen.

Inzwischen ist das Waisenhaus mehrmals umgezogen, die Kinder sind älter geworden, die Mädchen wurden in andere Waisenhäuser verlegt.

Jetzt sind es etwa 200 Jungen von 5 bis 18 Jahren. Sie gehen zwar zur Schule, aber mit 18 Jahren müssen sie das Heim verlassen und stehen ohne Beruf da.

Jungen aus dem Waisenhaus bekommen eine Ausbildung

Endlich scheint ein Traum unserer beiden Mitarbeiter Natalie und Corey in Erfüllung zu gehen: Wir können einigen von ihnen eine Ausbildung geben!

Gehörlosen-Zentrum

Die Bildungssituation in Afghanistan ist noch immer suboptimal. Besonders betroffen sind Menschen mit Einschränkungen: Ohne Ausbildung finden sie kaum eine bezahlte Beschäftigung. Seit 2005 unterhält Shelter Now ein Gehörlosen-Zentrum.
Dieses Zentrum versteht sich nicht nur als Schule.

Obwohl es ganz ähnlich aussieht: In zwei Klassenräumen werden männliche und weibliche Schüler getrennt unterrichtet. Das Altersspektrum reicht von 8 bis etwa 40 Jahre. Sie lernen dort zum einen die Gebärdensprache und die Kulturtechniken. Je nach Neigung und Begabung werden sie zudem auf einen Beruf vorbereitet und bei der Jobsuche unterstützt.

Schon nach wenigen Jahren erkennt man bereits Erfolge: Die ersten Schulabsolventen wurden erfolgreich vermittelt und sorgen seitdem für ihren eigenen Lebensunterhalt. Die gehörlosen Schüler haben inzwischen ein bemerkenswertes Maß an Vertrauen und Selbstbewusstsein entwickelt. Besonders auffällig ist dies bei den Mädchen und Frauen. Es macht Spaß beim Unterricht zuzuschauen und zu sehen, dass es möglich ist, durch ein Projekt wie dieses „Menschenwürde zu entwickeln“.

Pro Monat kostet uns dieses Programm für eine gehörlose Schülerin oder einen Schüler etwa 50 Euro.

Update 2018: Inzwischen haben wir drei Klassen: eine Grundschulklasse ist dazugekommen.
Einige junge Frauen aus dem Zentrum haben bei uns eine Ausbildung als Visagistinnen und Friseurinnen bekommen und verdienen ihren Lebensunterhalt im „Ladies‘ Center“ .

GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner