Was bleibt?

Dörfer der Hoffnung

Dörfer der Hoffnung

Die Folgen von über 20 Jahren Krieg in Afghanistan: Millionen Häuser sind zerstört. Shelter Now baut zusammen mit den Heimkehrenden ganze Dörfer wieder auf. „Dörfer der Hoffnung“ werden sie inzwischen genannt.

Unsere Vision

Den Menschen Mut für die Zukunft machen, ihnen Hoffnung geben und dabei neue Wege gehen. Dies ist die Shelter Now Vision von den Dörfern der Hoffnung; damit leisten wir die dringend notwendige Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Kriegsflüchtlinge, die nach Afghanistan zurückkehren, erhalten durch unsere Mitarbeiter vor Ort Anleitung und Beistand, um neues Leben in die zerstörten Dörfer zu bringen: Häuser werden wieder aufgebaut, Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen, neue Existenzgrundlagen werden entwickelt und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Menschen gefördert.

Ein erstes „Dorf der Hoffnung“ wurde mit öffentlichen Mitteln aus Deutschland und privaten Spenden verwirklicht. Das Dorf heißt „Sabz Sang“, zu Deutsch „Grüner Stein“ und liegt in der Shamalie-Ebene im Norden Kabuls. In dieser fruchtbaren Ebene auf etwa 1.700 Meter Höhe zerstörten die Taliban fast alle Obstgärten von einst. Vielerorts sieht man jetzt wieder die ersten Weinstöcke und Obstbäume. Shelter Now trägt mit einem eigenen Obstbaum-Projekt dazu bei, die Shamalie-Ebene wieder erblühen zu lassen.

Zur Geschichte der Shamalie-Ebene

Im Jahr 1999 hatten Taliban-Truppen die Ebene von der Nordallianz zurückerobert. Viele Männer wurden ermordet, denn die Taliban unterstellte den Menschen dort eine Kollaboration mit dem Bürgerkriegsgegner. Häuser und Obstpflanzungen wurden zerstört, in viele Brunnen und Bewässerungsanlagen wurden Steine, Granaten und Minen geworfen. Die Überlebenden mussten nach diesem grausamen Racheakt flüchten. Tausende von ihnen kamen damals in die von Shelter Now aufgebauten und betreuten Flüchtlingslager nach Pakistan. Shelter Now hat ihnen dort u. a. mit dem Bau von Lehmhäusern und Nahrungsmitteln geholfen. Schon damals wurden wir gebeten, sie beim Wiederaufbau ihrer Dörfer zu unterstützen, sollte es in Afghanistan je wieder Frieden geben. Daraus entstand die Vision „Hope Village“.

2012

Das Projekt ist jetzt erfolgreich abgeschlossen. Wir achten nur noch auf den Fluss der Mikrokredite des Kuh-Projekts. Wir haben den Überblick verloren, wissen aber, dass die Mittel – oder auch die nachgewachsenen Kühe –  inzwischen auch in andere Dörfer weitergegeben werden. Unser Projekt ist jetzt ihr Projekt.

Die Menschen in diesen Dörfern benötigen unsere Hilfe nicht mehr. Das macht Mut.

Hausbau und Fabriken

Seit Anfang der 90er Jahre kehren Millionen Flüchtlinge in ihre afghanische Heimat zurück. Oft sind ihre Dörfer und Häuser zerstört. Für einen Wiederaufbau fehlen die nötigen Baustoffe. Es gibt zwar Lehm für die Wände, doch für das Dach über dem Kopf fehlt geeignetes Material. Shelter Now errichtet dafür eigene Betonfabriken.

Die landestypischen Flachdächer werden traditionell mit Holzbalken, Reisig und Lehm gedeckt. Aber gutes Bauholz ist schon lange nicht mehr zu beschaffen in Afghanistan, diesem einstmals waldreichen Land. Shelter Now hat deshalb seit 1992 sechs Betonfabriken errichtet, in denen Dachmaterial hergestellt wird. Konkret sind das Träger und Platten aus Stahlbeton sowie Türen und Fenster aus Stahl und Glas. Afghanen werden dort angelernt. Damit sich auch eine normale Familie ein Haus bauen kann, wird das Material besonders günstig abgegeben, mitunter sogar kostenlos. Indem wir die Preise subventionieren, ist diese Aufbauleistung möglich. Zwei dieser Fabriken produzieren bis heute. Bisher konnten mit unserem Material über 70.000 Häuser wieder aufgebaut werden. Das bedeutet: ein Dach über dem Kopf für eine halbe Million Afghanen – dauerhaft!

Wiederaufbau in Pakistan nach der Jahrhundertflut

Die verheerende Überschwemmung im Sommer 2010 hat Millionen Menschen in akute Not gebracht. Besonders die ärmeren Familien verloren ihre einfachen Lehmhäuser, die den Fluten nicht standhalten konnten. Nachdem Shelter Now vielen Tausend Menschen das Überleben gesichert hat, konnten mit unserer Hilfe über 100 Wohnhäuser wieder aufgebaut werden. Dazu wurden gebrannten Ziegeln verwendet, welche überflutungssicher sind.

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