Shelter Now baut zusammen mit Männern aus afghanischen Gebirgsdörfern eine Straße in 4.000 m Höhe.

In Nuristan gibt es keine Geschäfte und auch keine echten Straßen; wenn also Leute etwas einkaufen wollen – Dinge, die nicht auf den Feldern wachsen – müssen sie zwei bis drei Tage auf Fußpfaden zu einem Bazar in die nächstgrößere Ortschaft gehen und die Waren mit einem Esel nach Haus transportieren.

Der Areu-Gebirgspass liegt auf 4 000 Meter Höhe und ist wegen des häufigen Schneefalls nur viereinhalb Monate im Jahr passierbar. In dieser Zeit verkürzt er die Wegstrecke für zehntausende Menschen um zwei Tage. Im Auftrag der Regierung baute eine Firma im Jahr 2011 eine Straße von dem Marktflecken Mondul bis zum Pass. Allerdings fehlte eine Entwässerung, und heftige Schmelzwässer spülten vier Kilometer der Straße fort. So baten die Menschen aus der Gegend Shelter Now um Unterstützung: Sie würden die kompletten Arbeitsleistungen für die Wiederherstellung übernehmen, wenn wir sie mit Werkzeugen und Nahrungsmitteln versorgen. So marschierten 20 bis 30 Männer zum Pass um einen Sommermonat lang an der Straße zu arbeiten. Sie übernachteten bei Minusgraden in Zelten, tagsüber peitschte ihnen der eisige Wind in die Gesichter, während sie tonnenweise Steine mit Brechstangen und Händen bewegten und mühsam die Straße reparierten – inklusive Entwässerungsrinnen. Nach vollbrachter Tat waren die Männer so begeistert, dass sie die Straße gleich 650 Meter über den Pass hinaus zu ihren Dörfern hinab bauten. Nun haben sie nur noch acht Kilometer bis zum Markt. Dies war das erste Mal, dass eins unserer Projekte 225 Kilogramm Weintrauben und Tausende Naan-Brote beinhaltete. Aber wie sehr haben sich die Männer jede Kalorie davon verdient!

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