Bäume der Hoffnung

So nennen wir unser Obstbau-Ausbildungsprojekt, das unser Herat-Team in diesen Tagen in Gang bringt. Neue Hoffnung brauchen die Menschen in der Provinz Herat wirklich. Der strengste Winter seit Menschengedenken hat diese Region Afghanistans ganz besonders getroffen und viele Menschenleben gekostet.

08. May 2008


Mit Eifer und Freude werden die jungen Obstbäume gepflanzt.

Auch viele Tiere sind erfroren; ein erheblicher Teil der Obstbäume, besonders die Granatapfelbäume, haben den Frost nicht überlebt. Damit ist die Lebensgrundlage vieler Menschen auf Dauer gestört – oder sogar zerstört.


Gemeinsam mit einer holländischen Baumschule und mit Unterstützung durch die holländische Regierung können wir in den Provinzen Herat, Kabul und Badakhshan auf etwa 200.000 m2 Land neue Obstbäume pflanzen. Das Ziel dieses Projektes ist aber nicht nur der Anbau widerstandsfähiger Obstsorten. In den nächsten 24 Monaten werden dabei 50 Obstbaum-Spezialisten ausgebildet. Diese können danach ihr Fachwissen und Können in anderen Regionen weitergeben.

Im zweiten Jahr wird dann auch gleich ein anderes Problem angegangen: das der Lagerhaltung. Bisher wird das meiste Obst zur Erntezeit billig in die Nachbarländer verkauft, um dann von dort einige Monate später zu hohen Preisen wieder zurückgekauft zu werden. Um diesen Missstand zu beenden werden jetzt Lagerhäuser gebaut und unsere Mitarbeiter schulen Afghanen in marktgerechter Aufbereitung und Lagerung von Obst.

Dieses „Hilfe zur Selbsthilfe“ Projekt verspricht eine große Nachhaltigkeit. Außerdem arbeiten wir damit genau an der Lösung des weltweiten Problems der Lebensmittelverteuerung, das derzeit heftig diskutiert wird und bringen die Afghanen dazu ihre Lebensmittel im eigenen Land zu erzeugen