Schafprojekt geht voran

Thorab ist der Führer eines Stammes von Kuchi-Nomaden. Die Kuchi (sprich: Kutschie) leben seit Jahrtausenden halbnomadisch in Afghanistan und den umliegenden Ländern. Im Sommer wohnen sie den Gebirgsregionen, wo das Gras für ihre Tiere frisch ist, und rechtzeitig, bevor dort der Winter Einzug hält, ziehen sie in die Täler. Dabei legen sie mitunter große Entfernungen zurück und sind nicht selten sechs Wochen oder länger unterwegs.

29. January 2012


Thorab, Stammesführer der Kuchi

Zur Zeit der Talibanherrschaft litt Afghanistan unter einer verheerenden Dürre. Viele Kuchistämme verloren fast ihre ganzen Herden, vorwiegend Schafe, sogar Tausende Kamele, der Stolz der Kuchi und an Trockenheit gewöhnt, verendeten. Torabs Clans gehörte zu denen, die unter den schrecklichen Umständen völlig verarmten.

Damit sie ihre Schafherden, die Grundlage ihrer Existenz, wieder bekommen konnten, hat Shelter Now mit ihnen zusammen ein Mikrokredit-Projekt ins Leben gerufen. Sie sollten Schafe „geliehen“ bekommen und sie später „zurückgeben“. Es ist recht einfach erklärt:

Schafe als Leihgabe

Es begann im Jahr 2007 mit 50 Familien. Jede von ihnen erhielt 5 weibliche Schafe, je drei Familien bekamen dazu einen Zuchtbock. Sechs Monate später kamen die Lämmer zur Welt, die weitere sechs Monate danach schon trächtig wurden. Das Geld für die Mutterschafe musste nach 12 Monaten zurückgezahlt werden und ging an neue Familien derselben Clans. Zusätzlich erhielten 40 weitere Familien je fünf Schafe. Wieder ein Jahr später ging also Geld für 90 Schafe an neue Familien, dazu noch einmal frische Kredite an 30 Familien. Von nun an gab es keine neuen Kredite mehr.

Seit dem Herbst 2010 bekommen also jedes Jahr 120 Familien je fünf Schafe, die sich gut vermehren, so dass die ersten Familien bald eine Herde von ca. 50 Tieren besitzen, die als Existenzgrundlage ausreichen. Bislang sind aber noch nicht alle Familien bedacht worden.

Zu wenige Zuchtböcke

Als Thorab im September 2011 mitbekommt, dass Udo Stolte sich in Kabul aufhält, kommt er zu Besuch und berichtet von einem Problem: Er sagt, dass seine Leute sehr glücklich mit dem Projekt sind, die Schafe vermehren sich gut. Allerdings gibt es nicht genügend Zuchtböcke. Bereits im vorigen Jahr waren sie zu knapp. Derzeit werden 40 neue Böcke benötigt. Einer kostet etwa 170 Euro. Zusammen etwa 7.000 Euro. Leider haben wir das Geld dafür momentan nicht. Trotzdem schießen wir erstmal 5.000 Euro vor – in der Hoffnung, dass sich unsere Spender beteiligen. (Projekt Schafe)