Wie reagieren wir auf die Corona-Pandemie?

Unsere Bildungseinrichtungen sind geschlossen, andere Projekte laufen weiter. Die Kosten ebenfalls. Wir bereiten uns auf eine mögliche Krise in Afghanistan vor.

19. March 2020


Unterricht kann im Kinderzentrum zurzeit nicht laufen - aber die Lehrerinnen müssen ihr Gehalt bekommen.

Das Corona Virus hat Afghanistan und Kurdistan ebenso im Griff wie unser Land. Wie reagieren wir?

Unsere Grundschule in Kabul ist geschlossen, das Kinderzentrum im Baadre Camp in Kurdistan auch. Die Zahnklinik in Herat, Afghanistan behandelt nur noch Schmerzpatienten, das Schulzahnarztprojekt ist vorerst ausgesetzt. Diese Pausen laufen erst einmal für ca. einen Monat. Aber wie bei uns hier weiß man auch dort noch nicht, wie es dann weitergeht.

Die Projekte, bei denen der enge zwischenmenschliche Kontakt nicht notwendig ist, laufen weiter, beispielsweise der Bau der Trinkwasserbrunnen und die Versorgung des Waisenhauses mit Lebensmitteln und Brennholz.

Bedeutet dies, dass auch die Kosten reduziert sind?

Dies ist leider nicht der Fall: Wir müssen unser einheimisches Personal, beispielsweise die Lehrerinnen, weiterhin bezahlen. Alle anderen Fixkosten werden auch nicht weniger.

Viele Menschen in Afghanistan reagieren ganz ähnlich wie etliche hier: sie kaufen mehr, um sich zu bevorraten. Die Folge ist, dass die Lebensmittelpreise stark anziehen. Aufgrund dessen haben unsere afghanischen Mitarbeiter in Herat ihre Gehaltszahlung schon zwei Wochen früher erhalten. Auch unsere anderen Büros werden reagieren und eine Sonderzahlung auf die Gehälter drauflegen.

Übrigens bleiben nahezu alle unsere internationalen Mitarbeiter auf eigenen Wunsch  weiterhin in den Einsatzländern - trotz der großen Gefahr der zu erwartenden massiven Ausbreitung des Virus und der mangelaften medizinischen Versorgungsmöglichkeiten.

Neben der mangelhaften medizinischen Versorgung kann es zu massiven Lebensmittel-Engpässen und weiteren Verteuerungen kommen und dadurch zu einer Krise im Land, besonders bei den ärmeren Familien. Wir bitten daher Sie als unsere Unterstützer, Ihre Zuwendungen nicht zu reduzieren, wenn es Ihnen möglich ist. Beten Sie bitte auch für Afghanistan und Kurdistan, unsere Mitarbeiter und unsere Arbeit. Wir beten auch für Euch/Sie.

Herzlichen Dank für Ihre Treue.

Ihr Udo Stolte
mit dem Shelter Team