Flüchtlingen vor Ort helfen!

Seit über 30 Jahren hilft Shelter Now Flüchtlingen - auch bei der Rückkehr in ihre Heimat.

15. September 2015


Kurdische Flüchtlingsfamilien erhalten Lebensmittel.

Lebensmittel werden an kurdische Flüchtlingsfamilien verteilt.

Die Welle der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge in Deutschland ist beeindruckend.

Wir von Shelter Now sehen die Situation allerdings auch aus einer weiteren Perspektive. Aus unserer Erfahrung gibt es bei Flüchtlingsbewegungen zwei Effekte: Zum einen den "Push-Effekt". Menschen werden aus ihrer Heimat vertrieben oder müssen aus einer Bedrohungslage entkommen, zum Beispiel vor den Mörderbanden des IS, die sie an Leib und Leben bedrohen. Oft verlassen sie über Nacht Haus und Hof und lassen all ihre Habe zurück. Sie versuchen dann in eine Gegend zu kommen, die ihnen Sicherheit bietet, oftmals ein Nachbarland. Viele IS-Flüchtlinge gehen beispielsweise in den Nordirak, die Autonome Provinz Kurdistan. Dort leben sie in Flüchtlingslagern oder in selbsterstellten Unterkünften, in Zelten oder in Rohbauten, wenn ihnen die Eigentümer dies erlauben.

Schauen Sie dazu auch den kurzen Video-Clip an

Nun gibt es aber auch einen "Pull-Effekt": Etwas zieht die Flüchtlinge in eine bestimmte Gegend. Hier spielt außer dem Sicherheitsaspekt auch anderes eine Rolle, zum Beispiel der erwartete bessere Lebensstandard.

Als wir im Frühjahr Kurdistan besuchten, gaben die Flüchtlinge, mit denen wir sprachen, an, dass sie wieder in ihre Heimat zurückkehren wollten, sowie die Bedrohung nicht mehr vorhanden sei. Auch ihre oftmals zerstörten Häuser würden sie wieder aufbauen wollen. Inzwischen sind die Bilder der deutschen Hilfsbereitschaft auch zu ihnen gekommen. Viele haben jetzt vor nach Deutschland zu gehen, weil sie hier ein "besseres Leben" erwarten. Man kann dies leicht verstehen. Aber:

Wer baut später ihre Häuser wieder auf? Die Zurückgelassenen, Alten oder Armen, die keine Schlepper bezahlen können oder zu schwach für eine wochenlange Flucht sind? Mit Sicherheit werden die Flüchtlinge aus Deutschland nicht freiwillig in ihre Heimat zurückkehren, auch wenn dort wieder Frieden einkehrt.

Dies haben wir in unserer über 30-jährigen Arbeit mit afghanischen Flüchtlingen erfahren. Wir haben sie jahrelang in Pakistan unterstützt. Sobald es ihnen möglich war, sind die allermeisten von ihnen nach Afghanistan zurückgekehrt und haben - auch mit unserer Unterstützung - Haus, Hof und ihre Existenz wieder aufgebaut. Die es damals nach Europa oder in die USA geschafft hatten, kehrten nicht zurück.

Unser Ansatz ist daher: Wir unterstützen Flüchtlinge in der Nähe ihrer Heimat und auch später beim Wiederaufbau. Helfen Sie uns dabei!