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Einfallsreich und zupackend. Für die pakistanischen Erdbebenopfer baute Shelter Now eine eigene Zeltfabrik, als es keine Zelte mehr zu kaufen gab.
Direktor von Shelter Now Afghanistan Georg Taubmann überreicht Diplom an Metallfacharbeiter.
Entstanden ist Shelter Now Ende der Siebziger Jahre. Damals löste der Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan die größte Flüchtlingsbewegung der Welt aus. In der Region der grenznahen Stadt Peshawar in Pakistan lebten mehrere Millionen afghanische Flüchtlinge. Shelter Now wurde im Jahr 1983 als internationale Hilfsorganisation registriert, verteilte dort Essen, Trinkwasser, Milch und andere Hilfsgüter an viele Tausend Familien und errichtete für sie Notunterkünfte und Suppenküchen. In den Flüchtlingslagern baute Shelter Now unter anderem Kliniken, Schulen, Brunnen und Witwenhäuser. Diese Arbeit dauerte viele Jahre an, denn bis zur Befreiung Afghanistans vom Taliban-Regime im Jahr 2001 kam es aufgrund von Krieg und Unterdrückung immer wieder zu Flüchtlingsströmen nach Pakistan.
Seit 1988 arbeitet Shelter Now in Afghanistan und ist dort seit 1992 von den wechselnden Regierungen offiziell registriert. Das Hilfswerk errichtete mehrere Betonfabriken, in denen vor allem Dachmaterial für den Wiederaufbau von Wohnhäusern hergestellt wird. Damit sich auch eine normale Familie ein Haus bauen kann, wird das Material besonders günstig abgegeben, mitunter sogar kostenlos. Die zerstörten Bewässerungssysteme zu erneuern und die Einrichtung eines Zentrums für die Straßenkinder Kabuls sind weitere wichtige Projekte von Shelter Now in diesen Jahren.
Verteilung von Winterpaketen an die Erdbebenopfer in Nordpakistan
Im Jahr 2001 wurden 24 Shelter Now-Mitarbeiter, darunter vier Deutsche, verhaftet und unter Anklage gestellt. Der Vorwurf: angeblich verbotene christliche Missionierung. Die Verhaftung stellte sich als Geiselnahme durch das Taliban-Regime heraus. Es wollte mit diesem drastischen Schritt der Kriegsdrohung der USA nach den Anschlägen vom 11. September entgegentreten. Im November wurden die Mitarbeiter in einer dramatischen Aktion aus der Geiselhaft befreit.
Seit Sommer 2002 arbeitet Shelter Now wieder in Afghanistan. Inzwischen wurden für zurückgekehrte Flüchtlinge einige "Dörfer der Hoffnung" errichtet, ebenso mehrere Schulen, auch für Mädchen. In Kabul wurde eine zerstörte Augenklinik zusammen mit Partnern neu aufgebaut. Dort hat die Organisation auch ein Zentrum für Gehörlose übernommen, in dem Kinder und Erwachsene unterrichtet und für einen Beruf ausgebildet werden. In Nord-Afghanistan betreibt Shelter Now eine Schule für Englisch- und Computerkurse und unterhält Trinkwassergewinnungsprojekte.
Nach der großen Erdbebenkatastrophe in Nordpakistan am 8. Oktober 2005 hat Shelter Now an 12.500 Familien Winterausrüstungen verteilt mit Zelten, oder Übergangsunterkünfte aus Holz und Wellblech, mit Matratzen, warmen Steppdecken, Öfen und Bodenplanen. Auf diese Weise konnte Shelter Now bisher mehr als 75.000 Menschen über den Winter helfen. In einem Zeltdorf versorgte die Organisation 10.000 Obdachlose im Winter 2005/2006 mit einer täglichen warmen Mahlzeit.
Am Wiederaufbau der zerstörten Region beteiligen wir uns ebenfalls und errichten erdbebensichere Schulen. Außerdem helfen wir den Erdbebenopfern beim Neubau ihrer Wohnhäuser durch Trainings in erdbebensicherer Bauweise.