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Den Neuanfang wagen: Baumaterial, landwirtschaftliche Grundausstattung, Wasserversorgung - Shelter Now gibt Starthilfe für den Neuanfang afghanischer Kriegsflüchtlinge.
Pressemitteilung vom: 29.05.2007
Braunschweig, den 29. Mai 2007. Seit über 3000 Jahren zieht das Volk der Kuchis mit
seinen Viehherden durch Afghanistan. Jetzt steht die traditionelle Lebensweise der
Halbnomaden vor dem Aus, weil Krieg, Landminen und Dürre den Bestand an Schafen,
Rindern und Kamelen drastisch dezimiert haben. Das internationale christliche Hilfswerk
Shelter Now startet im Juni für 300 Kuchi-Familien ein Projekt zur Aufstockung ihrer
Schafherden.
Mit Hilfe von Kleinkrediten erwerben zunächst 50 Familien Schafe und Böcke. Ein Schaf
kostet umgerechnet 75 Euro. „Wenn sich die kleine Herde nach einem Jahr vergrößert hat,
können die Kuchis durch den Verkauf von Schafen und ihrer Wolle das Geld zurückzahlen,
das dann weiteren Familien geliehen wird“, beschreibt der deutsche Shelter-Now-Direktor
Udo Stolte (Braunschweig). Rund 80.000 Euro stellt die Hilfsorganisation für das auf drei
Jahre angelegte Projekt bereit. Es könne nun beginnen, nachdem zahlreiche Kuchis aus
ihren Winterlagern bei Jalalabad in der Umgebung von Kabul eingetroffen seien, berichtet
Stolte. Bereits im vergangenen Sommer hatte Shelter Now Kontakt zu den Nomaden
aufgenommen und gemeinsam mit ihnen das Projekt konzipiert. Ein Komitee der Kuchis
wählt die geeigneten Familien aus und ist verantwortlich dafür, dass die Kredite auch
pünktlich zurückgezahlt werden. Ergänzt wird das Vorhaben durch Gesundheits- und
Alphabetisierungs-Kurse, die vor allem den Frauen und Kindern zugute kommen.
Die etwa 1.600 Menschen in den drei Kuchi-Lagern bei Kabul haben einen langen, harten
und entbehrungsreichen Winter hinter sich. Über die Hälfte der Familien braucht dringend
neue Zelte; aufgrund privater Spenden konnte Shelter Now 120 Zelte bereitstellen. „Eine
wichtige Unterstützung, doch wir möchten noch lieber nachhaltig helfen, damit die Menschen
sich selbst versorgen können“, unterstreicht Direktor Udo Stolte. Wenn die Viehherden
wieder groß genug sind, können die Kuchis Zelte und anderen täglichen Bedarf aus eigenen
Mitteln erwerben. Shelter Now sehe auch dieses Projekt als Teil der immer wieder
angemahnten Wiederaufbauhilfe für Afghanistan, die unbedingt verstärkt werden müsse, so
Stolte.
Zu den Stämmen der Kuchis zählen insgesamt 1,4 Millionen Menschen. Im Sommer weiden
ihre Herden in den Gebirgsregionen Afghanistans, im Winter wandern sie in tiefer gelegene
Gebiete. Weil sie den Großteil des Viehbestandes verloren haben, sind viele der Nomaden
gezwungen, ihre Kultur aufzugeben und sich als Tagelöhner in den Städten zu verdingen.
Die Kuchi-Minderheit ist unter den Afghanen nicht sehr angesehen und lebt isoliert von der
übrigen Bevölkerung. Bislang arbeiten nur wenige Hilfsorganisationen mit dem Hirtenvolk.
Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit Koordinierungsbüro in Deutschland. Seit 1983 ist es in Pakistan
unter dem Namen „Shelter Now International Pakistan“ und seit 1988 in Afghanistan als „Shelter Now
International Afghanistan“ tätig. Der Name der Organisation in Deutschland lautet „Shelter Now Germany e.V.“.
Shelter Now finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die effiziente und
projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen
(DZI) mit dem Spendensiegel bescheinigt.
Kontakt:
Shelter Now Germany e.V, Am Alten Bahnhof 15, 38122 Braunschweig
Mobiltelefon 0173/2053178, Telefax: 0531/88 53 95 9, info@shelter.de, www.shelter.de
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