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Den Neuanfang wagen: Baumaterial, landwirtschaftliche Grundausstattung, Wasserversorgung - Shelter Now gibt Starthilfe für den Neuanfang afghanischer Kriegsflüchtlinge.
Pressemitteilung vom: 07.12.2006
Auch in diesem Winter leben in Afghanistan noch viele Familien in den Ruinen kriegszerstörter Häuser - ohne Fenster, ohne Heizung, ohne warme Decken. Darauf macht jetzt der deutsche Direktor des Hilfswerks Shelter Now, Udo Stolte, aufmerksam. „Die Notlage betrifft sowohl Kabul als auch Provinzstädte und ländliche Gebiete“, berichtet Stolte. Das Hilfswerk ermittelt derzeit an verschiedenen Orten den Bedarf für Maßnahmen zur Winternothilfe. „Wenn die Familien von anderer Seite keine Hilfe bekommen, wollen wir ihnen Holzkohle, Winterkleidung und Decken geben.“
Zu den Menschen ohne ein festes Dach über dem Kopf zählt auch die 12jährige Farzona. Sie wohnt mit ihren Eltern und fünf jüngeren Geschwistern in einer der zahlreichen Ruinen in Kabul. Eine Shelter-Now-Mitarbeiterin bringt den älteren Mädchen das Sticken bei – mit dem Verkaufserlös der fertigen Deckchen können die größeren Kinder ihre Familie ein wenig unterstützen. „Wir wollen nicht, dass die Menschen von unserer Hilfe abhängig werden“, betont Udo Stolte. „Aber für den Winter müssen wir ihnen etwas verteilen, sonst werden viele von ihnen erfrieren oder schwer erkranken.“ Die Temperaturen sinken zum Beispiel im 1800 Meter hoch gelegenen Kabul nachts bereits deutlich unter den Gefrierpunkt – im vergangenen Winter war es zeitweise minus 25 Grad kalt.
In der im Nordosten Afghanistans gelegenen Region Faizabad beginnt Shelter Now bereits in den nächsten Tagen mit der Notversorgung bedürftiger Witwen mit ihren Familien. Mindestens 40 Familien sollen drei Monate lang eine Nahrungsmittelhilfe erhalten: Reis, Bohnen und Mehl werden verteilt, außerdem Öl zum Kochen und Holz zum Heizen. Weitere Hilfsaktionen sind vor allem im ostafghanischen Ghasni, wo heftige Überschwemmungen im Sommer viele Hundert Häuser zerstörten, und in der Gegend um den Salang-Pass geplant. Dort hatte Shelter Now bereits im letzten Winter notleidende Familien versorgt.