Kuhprojekt in den Dörfern der Hoffnung - die ersten Kühe sind gekauft.
Ein Dorfbewohner aus Sanz Sang - glücklich über die gerade erstandene Kuh.
Nachricht vom: 25.01.2009
Bauern bekommen Kleinkredite zum Kauf einer Kuh
Tier-Bazar in der Shamali-Ebene. Mit überglücklichen Gesichtern und voller Dankbarkeit ziehen die Bauern mit ihren neu erstandenen Kühen ab. Ziel: Ihre Familie im Dorf „Sabz Sang“, einem der „Dörfer der Hoffnung“, in denen Shelter Now seit fast fünf Jahren Aufbau- und Entwicklungsarbeit leistet.
Die Bauern haben je eine Kuh gekauft, manche tragend, die anderen haben bereits ihr junges Kälbchen „im Schlepptau“. Das Geld für die Kühe haben die Bauern von Shelter Now als Kleinkredit bekommen: ca. 500 Euro. Den Kredit werden sie nach 12 Monaten zurückzahlen. Dann kann das Geld für weitere Familien und neue Kühe verwendet werden.
„Es hat über ein Jahr gedauert, bis wir gemeinsam mit den Dorfbewohnern eine Modalität ausgearbeitet haben“, berichtet unser Projekt-Verantwortlicher YoungHo Song, ein Shelter Mitarbeiter aus Südkorea. „Kleinkredit-Projekte, die in Ländern wie Indien zumeist über Frauen erfolgreich durchgeführt werden, würden in dieser Kultur hier gar nicht funktionieren. So haben wir uns mit den Dorfbewohnern und den Ältesten immer wieder zu Beratungen getroffen. Nun haben wir es endlich geschafft und die Verträge sind unterzeichnet.“
27 Kühe werden im ersten Jahr gekauft. Wenn das Geld nach 12 Monaten zurückgezahlt ist, wird es in die nächsten Familien investiert, dazu noch mehr, so dass weitere 60 Familien zu stolzen Kuhhaltern werden. Etliche von den Kälbern sind dann bereits verkauft und auf diese Weise wird bald das große Dorf Sabz Sang versorgt sein. Da das Geld immer wieder re-investiert wird, können weitere Dörfer mit Kühen versorgt werden.
Kuh-Komitee garantiert Rückzahlung der Kleinkredite
Garant für die Rückzahlung der Kleinkredite ist ein eigens von den Dorfältesten gewähltes „Kuh-Komitee“. Das Komitee arbeitet ehrenamtlich, es sucht die bedürftigsten und zugleich verlässlichsten Familien aus. Diese kaufen dann selbst je eine Kuh mit unserem Geld.
Beim Kauf jeder Kuh werden etwa 5% in einen Fond eingezahlt, der vom Kuh-Komitee verwaltet wird. Aus diesem Fond können eventuelle Verluste (z.B. durch den Tod eines der Tiere) ausgeglichen werden. Im Laufe der Jahre kann ein Teil dieses Fonds auch dazu verwendet werden, neue Tiere zu beschaffen, so dass das Dorf letztendlich von fremder – auch unserer – Hilfe unabhängig wird. Dies ist unser erklärtes Ziel.
Unser ausdrücklicher Dank gilt der Kindernothilfe für die Unterstützung dieses Projektes.