Schulen

Unterricht unter freiem Himmel

Eine Schule in Paghman. Trotz Unterricht in drei Schichten reicht das Gebäde nicht, so dass unter freiem Himmel (oder in Containern) unterrichtet werden muß.

"Baut uns endlich eine Schule! Wir wollen etwas lernen!"

Diese drängende Bitte bekam unser Mitarbeiter zum Abschied von den Kindern häufig zu hören. In einem Dorf nördlich von Kabul hatte er über den Plan gesprochen, eine Mädchenschule zu errichten.

Shelter Now baute bereits in den Flüchtlingslagern in Pakistan mehrere Schulen. Bildung ist ein Grundrecht aller Menschen, überall auf der Welt. In Afghanistan ist sie zudem eine Grundvoraussetzung, damit sich die Demokratisierung des Landes dauerhaft stabilisiert. Die Mädchen und Jungen sind hoch motiviert. Sie wissen: Man kann nur etwas verdienen, wenn man etwas gelernt hat. Gefragt nach ihren Berufswünschen, antworten sie: "Pilot, Ingenieur, Arzt, Anwalt, Hochschullehrer oder auch Präsident"

Besonders wichtig: Schulen für Mädchen

Die Kinder und Jugendlichen lernen Rechnen, Schreiben und Lesen mit Feuereifer. Manche treffen sich zusätzlich nachmittags zu freiwilligen Lerngruppen. Die erste Schule, die Shelter Now gebaut hat, ist mit 1.000 Schülern zu klein geworden. Zudem gehen doppelt so viele Jungen wie Mädchen dorthin.

Der Grund für dieses Ungleichgewicht: Häufig müssten die Mädchen auf ihrem Schulweg an einem Nachbardorf vorbeigehen, das verbieten viele Eltern. Deshalb ist es nötig, eine weitere Schule nur für Mädchen zu bauen, direkt im Heimatdorf.

Ein Schulplatz kostet etwa 150 Euro. Hinzu kommen die Lehr- und Lernmittel und das Personal. Unterrichtet wird zumeist in zwei Schichten: die Hälfte der Schüler kommt am Morgen, die andere Hälfte am frühen Nachmittag. In manchen Schulen muss sogar in drei Schichten unterrichtet werden, bis genügend Räume gebaut sind. Afghanistan braucht noch viele Schulen.

Die Wände werden aus selbst gepressten Betonsteinen gemauert. Diese Steine werden mit einer Handpresse direkt auf der Baustelle hergestellt und tragen den Druck eines dreistöckigen Gebäudes. Das Dachmaterial sowie Tür- und Fensterstürze werden in der Shelter Now Betonfabrik vorproduziert. So kann der Bau einer Schule nach 3 bis 5 Monaten abgeschlossen werden.

Shelter Now versucht außerdem, bei der Einrichtung der Schule zu helfen und trägt mitunter die Personalkosten einer zweiten Unterrichtsschicht.

100 neue Schulen im Erdbebengebiet Nordpakistan

Tausende Schulen wurden in dem verheerenden Erdbeben am 8. Oktober 2005 zerstört. Viele Schülerinnen und Schüler wurden dabei getötet, viele verletzt. Shelter Now plant in einem Drei-Jahres-Projekt 100 Schulen aufzubauen. Ein ehrgeiziges Ziel.

Alles Nötige ist bereits mit der Regierung Pakistans besprochen. Die Schulen müssen erdbebensicher sein. Shelter Now hat im Bau erdbebensicherer Häuser und Schulen bereits Erfahrungen in Afghanistan gesammelt. Ist eine Schule fertig gestellt, muss sie für das erste Jahr unterhalten werden. Dies alles kostet uns pro Schule etwa 50.000 Euro.

Schüer vor einer Schulklasse

Eine Shelter-Now-Schule: Mit viel Engagement wird gelernt und stolz wird das Gelernte vorgetragen.

Diese Schulen werden in den Distrikten gebaut, die das Erdbeben am stärksten getroffen hat: in Battagram, in Mansehra, in Kohistan und in Kashmir.

Viele Kinder wurden durch das Beben schwer verletzt und haben bleibende Schäden oder Behinderungen davon getragen. Deshalb planen wir drei bis vier Schulen für diese Kinder. Sie liegen uns besonders am Herzen, denn sie werden in asiatischen Gesellschaften, ähnlich wie anderswo auf der Welt, häufig an den Rand gedrängt und haben geringe Zukunftschancen. Schulen für behinderte Kinder sind aufwändiger zu bauen und kosten mehr in der Unterhaltung. Unser Ziel ist es, sie dauerhaft zu finanzieren. Dafür wollen wir eine einheimische Partnerorganisation finden.