Projekt Dörfer der Hoffnung

Unsere Vision

traditioneller afghanischer Innenhof

Afghanen in Dörfern leben meist traditionell in Großfamilien und teilen sich ein Grundstück.

Den Menschen Mut für die Zukunft machen, ihnen Hoffnung geben und dabei neue Wege gehen. Dies ist die Shelter Now Vision von den Dörfern der Hoffnung; damit leisten wir die dringend notwendige Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Kriegsflüchtlinge, die nach Afghanistan zurückkehren, erhalten durch unsere Mitarbeiter vor Ort Anleitung und Beistand, um neues Leben in die zerstörten Dörfer zu bringen: Häuser werden wieder aufgebaut, Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen, neue Existenzgrundlagen werden entwickelt und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Menschen gefördert.

Ein "erstes Dorf der Hoffnung" wurde mit Mitteln des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland verwirklicht und verschiedenen Spendenorganisationen. Das Dorf heißt "Sabz Sang", zu Deutsch "Grüner Stein" und liegt in der Shamalie-Ebene im Norden Kabuls. In dieser fruchtbaren Ebene auf etwa 1.700 Meter Höhe zerstörten die Taliban fast alle Obstgärten von einst. Vielerorts sieht man jetzt wieder die ersten Weinstöcke und Obstbäume. Shelter Now trägt mit einem eigenen Obstbaum-Projekt dazu bei, die Shamalie-Ebene wieder erblühen zu lassen.

Zur Geschichte der Shamalie-Ebene

Im Jahr 1999 hatten Taliban-Truppen die Ebene von der Nordallianz zurückerobert. Viele Männer wurden ermordet, denn die Taliban unterstellte den Menschen dort eine Kollaboration mit dem Bürgerkriegsgegner. Häuser und Obstpflanzungen wurden zerstört, in viele Brunnen und Bewässerungsanlagen wurden Steine und Granaten geworfen. Die Überlebenden mussten nach diesem grausamen Racheakt flüchten. Tausende von ihnen kamen damals in die von Shelter Now aufgebauten und betreuten Flüchtlingslager nach Pakistan. Shelter Now hat ihnen dort u. a. mit dem Bau von Lehmhäusern und Nahrungsmitteln geholfen. Schon damals wurden wir gebeten, sie beim Wiederaufbau ihrer Dörfer zu unterstützen, sollte es in Afghanistan je wieder Frieden geben. Daraus entstand die Vision "Hope Village".

Unsere Vision wird wahr

Dorfälteste gehen durch ein Dorf

Diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, dazu leistet Shelter Now viele einzelne Schritte:

  • Die zerstörten Wohnhäuser werden mit unseren Fertigbauteilen (u.a. Dachmaterial, Fenster, Tür, Toilettenplatte) wieder hergestellt. So viel wie möglich bauen die Rückkehrenden selbst auf. Unsere Unterstützung richtet sich u. a. nach der jeweiligen Notlage der Familien.
  • Für Mädchen und Jungen wird eine Schule errichtet; weitere folgen.
  • Neue Brunnen werden gegraben und die Bewässerungssysteme saniert.
  • Die medizinische Grundversorgung der Menschen gewährleistet eine neu gebaute einfache Klinik. Wir vermitteln den Familien grundlegende medizinische und hygienische Kenntnisse. Von Zeit zu Zeit arbeiten hier auch Ärzte aus dem Ausland.
  • Werkzeuge und Saatgut bzw. Obstbäume, Hühner, Bienen und evtl. weitere Ausstattung mit landwirtschaftlichem Material ermöglichen die Selbstversorgung der Bevölkerung.

Unsere Hilfe richtet sich nach dem Bedarf des jeweiligen Dorfes, in dem wir arbeiten. Wir ermutigen die Bewohner ihre Bedürfnisse zu formulieren, um dann in gemeinsamen Projekten das Dorf nach ihren Vorstellungen zu entwickeln.

Was kostet diese Hilfe? - Ein Rechenbeispiel

  • Die Entwicklung eines Dorfes mit 80 afghanischen Familien (etwa 500 Einwohner) kann für 150.000 Euro verwirklicht werden.
  • Mit einem monatlichen Dauerauftrag von 30 Euro (1 Euro pro Tag) über 5 Jahre können Sie einer afghanischen Familie eine echte Zukunftsperspektive geben.
  • Oder anders gerechnet:
    Ein neuer Start in eine menschenwürdige Zukunft in Afghanistan für einen Menschen kostet 300 Euro.
  • Mit relativ geringem finanziellen Aufwand, verglichen mit den Kosten in der westlichen Welt, kann hier sehr wirkungsvoll geholfen werden.

Mittlerweile...

...arbeiten wir im fünften Jahr in dieser Gegend. Zu vielen Bewohnern der Dörfer haben wir gute Kontakte geknüpft. Shelter Now genießt viel Vertrauen. Vom "Hope Village" Sabz Sang strahlt die Wiederaufbauleistung auch in andere Dörfer der Region - der Hoffnungsfunke springt über.

Eine Schule nach der anderen können wir für die Kinder bauen. Es macht Spaß, ihnen beim Lernen zuzuschauen. Sie sind mit einer Begeisterung dabei, die man bei uns im Westen wesentlich seltener findet.

Unterschiedliche landwirtschaftliche Projekte werden gemeinsam mit den Dorfgemeinschaften entwickelt. Dabei kann es auch vorkommen, dass Pilotprojekte scheitern, dann werden sie überdacht und in neuer Variante wieder gestartet. Andere Projekte kommen gut an und können weiter entwickelt werden. Es ist faszinierend, wie in den Gesichtern der Menschen in diesen Dörfern Hoffnung strahlt und ein Vertrauen in eine neue Zukunft wächst.

Der Weg ist noch weit und oft holprig. Aber bei aller Anstrengung und Gefahr, lässt sich schon heute sagen: Es hat sich gelohnt! Und es lohnt sich auch weiterhin. Die Vision wurde Wirklichkeit. Wir haben es geschafft, vielen Afghanen neue Hoffnung zu geben.